Wenn die Sonne sinkt, steigt die Unruhe: Sundowning bei Demenz in der dunklen Jahreszeit

16. Oktober 2026

Wenn die Sonne sinkt, steigt die Unruhe: Sundowning bei Demenz in der dunklen Jahreszeit

Viele Angehörige von Menschen mit Demenz kennen diese Situation: Vormittags war alles gut, die Stimmung war ausgelassen, es wurde erzählt und sogar gelacht. Gegen 16 Uhr fängt es an zu dämmern und die Stimmung wird immer betrübter und unruhiger. 

Für dieses Phänomen gibt es einen Namen: Sundowning (auf Deutsch Sonnenuntergangssyndrom oder Abendkonfusion genannt). Gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden, erleben wir bei der Pflegesonne, wie sehr die frühe Dunkelheit Betroffene und Familien fordert. In diesem Beitrag erklären wir, was dahintersteckt und was Sie tun können.


Was ist Sundowning?

Mit Sundowning sind Verhaltensänderungen gemeint, die bei Menschen mit Demenz am späten Nachmittag oder Abend auftreten oder sich verstärken. Typische Anzeichen sind Unruhe, Angst, Anspannung und Verwirrung. Manche Betroffene laufen umher, wollen „nach Hause“, andere reagieren gereizt oder sogar aggressiv. 

Wichtig zu wissen: Die genauen Ursachen sind noch nicht geklärt. Fachleute vermuten ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren, etwa Müdigkeit am Ende des Tages, ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Hunger oder Durst, Schmerzen, Langeweile oder schwaches Licht.


Verschlechterung in der kalten Jahreszeit

Licht ist nicht nur Helligkeit, sondern auch ein wichtiger Impuls für unsere innere Uhr, die unserem Tag Struktur gibt und unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Bei einer Demenz kann genau diese innere Uhr aus dem Gleichgewicht geraten. 

In der kälteren Jahreszeit kommen verschiedene Faktoren zusammen: Die Tage werden immer kürzer, draußen wird es ungemütlicher und rutschiger und viele Menschen gehen weniger raus. Mit der Zeitumstellung wird es dann sogar noch eine Stunde früher dunkel, was nicht nur für weniger Tageslicht am Abend sorgt, sondern auch gewohnte Abläufe durcheinanderbringen  kann. 


Das kann gegen Sundowning helfen 

Sundowning lässt sich nicht immer verhindern, trotzdem kann man mit ein paar Tipps die Abendstunden für Betroffene angenehmer machen:

  • Feste Tagesroutine: Zur gleichen Zeit aufzustehen, zu essen und schlafen zu gehen, gibt Halt. Rund um die Zeitumstellung hilft es, Abläufe in kleinen Schritten anzupassen.
  • Licht und Bewegung am Vormittag: Ein Spaziergang bei Tageslicht tut der inneren Uhr gut. Anstrengende oder aufregende Termine legen Sie besser auf den Vormittag.
  • Licht an, bevor es dunkel wird: Räume gleichmäßig ausleuchten, damit keine dunklen Ecken und Schatten entstehen.
  • Leicht essen: Statt eines üppigen Abendessens lieber kleinere Mahlzeiten am Nachmittag und Abend.
  • Geborgenheit schaffen: Ruhige Musik, das Lieblingskissen oder eine Tasse Tee am Abend können Wunder wirken.
  • Bedürfnisse prüfen: Hinter Unruhe können auch Hunger, Durst, Schmerzen oder Langeweile stecken.

Und wenn die Unruhe doch kommt? Bleiben Sie möglichst ruhig und sprechen Sie sanft mit Ihrem Angehörigen. Statt zu widersprechen („Du bist doch zu Hause!“), hilft es oft, auf das Gefühl einzugehen: „Du kannst dich sicher fühlen, ich bin da.“ Tritt die Unruhe plötzlich neu oder sehr stark auf, sprechen Sie mit dem Hausarzt. 


Auch Angehörige brauchen Entlastung

Das Gemeine am Sundowning ist, dass es genau dann kommt, wenn auch Sie müde sind. Nach einem langen Tag noch Geduld für die dritte Runde „Ich will nach Hause“ aufzubringen, kann erschöpfend sein. 

Sie müssen das nicht allein schaffen. Die Pflegesonne unterstützt Sie, damit Sie Kraft tanken können. Unsere Pflegekräfte kennen sich mit Sundowning aus und bringen Ruhe und vertraute Routinen mit. Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie auch in der dunklen Jahreszeit ein bisschen Sonne brauchen.


Sie sind auf der Suche nach einem Pflegedienst, dem Ihr Wohl am Herzen liegt?

Sie erreichen uns über kontakt@pflegesonne-ruhrgebiet.de oder unter 02041 7828750


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