Wohnen im Alter: Diese kleinen Anpassungen machen das Zuhause sicherer
Wenn es um altersgerechtes Wohnen geht, denken die meisten zuerst an große Maßnahmen wie einen Treppenlift, ein barrierefreies Bad oder eine Türverbreiterung. Diese Umbauten sind wichtig und für manche Situationen auch notwendig, doch sie sind nicht der einzige Weg, um eine Wohnung altersgerechter zu machen. Oft sind es die kleinen, unscheinbaren Veränderungen, die im Alltag den größten Unterschied machen – und sie lassen sich sogar ganz einfach umsetzen!
Lichtverhältnisse anpassen
Mit zunehmendem Alter lässt die Sehkraft nach und die Augen brauchen mehr Licht, um Kontraste und Konturen gut zu erkennen. Eine Wohnung, die für jüngere Menschen ausreichend beleuchtet wirkt, kann für ältere Menschen bereits zu dunkel sein und sich auf Sicherheit und Wohlbefinden auswirken.
Schon einfache Maßnahmen helfen: zusätzliche Lichtquellen im Flur und auf Treppen, ein Nachtlicht auf dem Weg zum Bad oder helles statt gedämpftes Licht in Bereichen, die häufig genutzt werden. Auch die Art des Lichts spielt eine Rolle. Warmes, blendfreies Licht wird von vielen Menschen als angenehmer empfunden als grelles, kaltes Licht. Diese Anpassungen verbessern nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sie kosten auch noch wenig und verbessern die Sicherheit in den eigenen vier Wänden.
Farben und Kontraste geben Orientierung
Wenn eine Treppenstufe unerwartet erscheint, die Türschwelle kaum vom restlichen Boden zu unterscheiden ist oder ein heller Teppich nahtlos in einen hellen Fliesenboden übergeht, wird die Orientierung im Raum unnötig erschwert, was bei nachlassendem Sehvermögen oder kognitiver Beeinträchtigung zum Problem werden kann.
Deutliche Farbkontraste an wichtigen Stellen, etwa an Stufenkanten, Türrahmen oder Lichtschaltern, erleichtern die Orientierung erheblich, ohne dass dafür bauliche Veränderungen nötig wären.
Übersichtlichkeit schafft Sicherheit
Eine vollgestellte, unübersichtliche Wohnung erhöht nicht nur das Sturzrisiko durch Stolperfallen, sondern kann auch psychisch belastend sein. Wer sich in den eigenen Räumen nicht mehr zurechtfindet, weil zu viele Gegenstände den Weg versperren, verliert ein Stück Sicherheit im eigenen Zuhause.
Regelmäßiges Ausmisten und ausreichend Platz zwischen Möbeln schaffen Sicherheit und Ruhe. Diese Ruhe kann sich auf die Stimmung auswirken und hilft den Bewohnern, sich in ihrem Zuhause weiterhin gut zurechtzufinden.
Vertraute Gegenstände am richtigen Platz
Auch wenn es paradox klingt: Eine altersgerechte Wohnung bedeutet nicht, alles zu verändern, ganz im Gegenteil. Vertraute Gegenstände an gewohnten Plätzen geben Sicherheit und Orientierung, besonders wenn das Gedächtnis nicht mehr allzu zuverlässig funktioniert.
Wichtig ist eher, störende oder gefährliche Elemente zu entfernen oder anzupassen, ohne die grundsätzliche, vertraute Struktur der Wohnung auf den Kopf zu stellen.
Die Balance zwischen notwendiger Anpassung und dem Erhalt des Vertrauten ist oft entscheidender als eine perfekt durchgeplante, aber fremd wirkende neue Umgebung.
Ein Blick von außen kann helfen
Häufig gewöhnt man sich mit der Zeit an bestimmte Stolperfallen oder ungünstige Lichtverhältnisse und nimmt sie irgendwann kaum noch wahr. Ein Blick von außen, etwa durch Angehörige oder eine Pflegekraft, kann helfen, genau diese blinden Flecken zu erkennen.
Oft sind es nicht die großen, offensichtlichen Gefahrenquellen, die übersehen werden, sondern die kleinen, alltäglichen Dinge, wie ein loses Kabel, schlecht beleuchtete Ecken oder ein zu niedriger Sessel, aus dem das Aufstehen schwerfällt.
Kleine Alltagshilfen
Neben Licht, Farben und Übersichtlichkeit können kostengünstige Hilfsmittel, die an den richtigen Stellen angebracht werden, einen riesigen Unterschied machen.
Ein Haltegriff neben der Dusche oder neben der Toilette gibt genau in den Momenten Sicherheit, in denen das Gleichgewicht am meisten gefordert ist, etwa beim Hinsetzen, Aufstehen oder beim Übersteigen der Duschtasse.
Eine rutschfeste Matte in der Dusche oder Badewanne reduziert die Sturzgefahr auf nassem Untergrund erheblich, ohne dass dafür bauliche Veränderungen nötig wären.
Ein erhöhter Toilettensitz verringert den Kraftaufwand beim Hinsetzen und Aufstehen und entlastet dadurch Knie und Hüfte spürbar und reduziert das Risiko, zu fallen.
Ein Duschhocker ermöglicht es, die Körperpflege im Sitzen statt im Stehen durchzuführen, was das Sturzrisiko senkt und Kräfte schont.
Das Gute an diesen Hilfsmitteln: Viele davon lassen sich unkompliziert nachrüsten, sind vergleichsweise günstig und können sogar unter Umständen von der Pflegekasse bezuschusst werden.
Kleine Schritte, große Wirkung
Eine Wohnung muss nicht komplett umgebaut werden, um altersfreundlicher zu werden. Oft reichen bewusste, kleine Anpassungen, um mehr Sicherheit und Wohlbefinden zu schaffen.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie oder Ihre Liebsten in Ihrem Zuhause nicht mehr so gut alleine zurechtkommen, sind wir für Sie da.
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