Blaue Flecken im Alter: Darum sind sie nicht automatisch harmlos
Einmal kurz angestoßen, schon ist er da: Der blaue Fleck. Was häufig ganz harmlos ist, kann manchmal auch auf mehr hindeuten als nur auf einen kleinen Stoß.
Im Alter entstehen blaue Flecken häufig schneller, heilen langsamer und können sogar manchmal auf größere Baustellen hinweisen. Heute erklären wir Ihnen, was für eine Rolle blaue Flecken bei älteren Menschen spielen können.
Empfindliche Haut im Alter
Mit zunehmendem Alter wird die Haut dünner, verliert an Elastizität und das schützende Fettgewebe nimmt ab. Außerdem werden die Blutgefäße selbst brüchiger und reißen leichter durch Druck oder einen kleinen Stoß. Das führt dazu, dass schon geringfügige Berührungen zu deutlich sichtbaren blauen Flecken führen können, die bei jüngeren Menschen gar nicht erst entstanden wären.
Medikamente können eine Rolle spielen
Bei der Einnahme von Medikamenten sollte berücksichtigt werden, dass manche von ihnen die Neigung zu Blutergüssen erhöhen können. Beispielsweise können blutverdünnende Medikamente, die im Alter häufig zur Vorbeugung von Schlaganfällen oder Thrombosen verschrieben werden, das Risiko für blaue Flecken steigern. Außerdem können bestimmte Schmerzmittel oder Kortisonpräparate die Gefäße empfindlicher machen, was die Haut anfälliger macht.
Wenn Sie eine solche Veränderung bei Ihnen oder Ihren Liebsten bemerken, lohnt es sich, mit Ihrem behandelnden Arzt darüber zu sprechen.
Dann sollten Sie genauer hinschauen
Wenn blaue Flecken ungewöhnlich groß sind oder sich schnell ausbreiten, sollte man aufmerksam werden. Auch Flecken, die ohne erkennbaren Auslöser entstehen, sich häufen, anschwellen oder an ungewöhnlichen Stellen wie Rumpf oder Rücken entstehen, können ein Warnsignal für ernste Erkrankungen sein.
Blaue Flecken können auch ein Hinweis darauf sein, dass jemand häufiger stolpert oder anstößt, als er es selbst zugeben möchte, oder sogar als er selbst bemerkt.
Unbemerkte Stürze
Gerade bei Menschen, die alleine leben oder nur selten besucht werden, können blaue Flecken ein wichtiges Signal sein. Manche Stürze oder Stolperer werden nicht erwähnt, um die Liebsten nicht zu sorgen, oder weil “ja alles gar nicht so schlimm ist”, sodass es manchmal schwer nachzuvollziehen ist, wie fit die betroffene Person noch auf den Beinen ist.
Wiederkehrende blaue Flecken, besonders an Armen, Beinen oder der Hüfte, können darauf hindeuten, dass eine Person häufiger stolpert oder das Gleichgewicht verliert, als es nach außen den Anschein hat.
Als Angehörige lohnt es sich, nachzufragen: Wie ist das passiert? Kommt das öfter vor?
So können gesundheitliche Veränderungen erkannt werden, bevor sie zu einem Gesundheitsrisiko werden.
Darauf können Angehörige achten
Wer seine Liebsten regelmäßig sieht, bekommt ein Gefühl dafür, ob sich über die Zeit kleine Veränderungen bemerkbar machen. Dabei geht es nicht darum, jeden einzelnen Fleck zu hinterfragen, sondern ein Gefühl dafür zu entwickeln, was für die jeweilige Person normal ist und wann sich etwas verändert.
Kommen auffällig viele Flecken innerhalb kurzer Zeit dazu oder brauchen sie sehr lange zum Abheilen, kann es nicht schaden, einmal genauer hinzuschauen.
Genauer hinschauen
Blaue Flecken im Alter sind meistens harmlos und lassen sich durch die natürlichen Veränderungen der Haut gut erklären. Trotzdem lohnt es sich, nicht jeden Fleck als selbstverständlich abzutun, sondern ab und zu genauer hinzuschauen, falls mal mehr dahintersteckt als nur ein kleiner Stoß.
Wenn Sie unsicher sind, ob etwas, das Sie bei Ihren Angehörigen bemerkt haben, genauer angeschaut werden sollte, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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