Wissenswertes über Pflegestufen

Das Pflegestärkungsgesetz (PSG II) hat mit Inkrafttreten der Änderung der Pflegestufen 0, 1,2 und 3, die durch die Pflegegrade 1,2,3,4 und 5 abgelöst werden, die größte Pflegereform aller Zeiten umgesetzt.
Hierbei sollen vor allem an Demenz erkrankter Personen die gleiche Pflegeleistung erhalten wie zuvor körperlich pflegebedürftige Personen.

Was bedeutet das für Betroffene und Angehörige?

Die Pflegesonne Ruhrgebiet möchte Ihnen an dieser Stelle einen Ausblick auf den Leistungsumfang der neuen Pflegegrade vermitteln.

Fünf Pflegegrade anstatt wie bisher drei Pflegestufen.

In dem neuen Prüfverfahren werden Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) oder anderer Prüforganisationen ab Januar 2017 alle neuen Antragsteller auf Pflegeleistungen persönlich anhand eines Fragenkatalogs auf den Grad ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit hin überprüfen. Die Pflegekasse entscheidet mit Hilfe dieses Gutachtens, ob sie dem Antrag auf einen Pflegegrad zustimmt.

Dabei gilt: Je mehr Punkte der Antragsteller erhält, umso höher ist der Pflegegrad und umso mehr Pflege- und Betreuungsleistungen erhält er.

Wie sieht die Änderung der Pflegestufen in Pflegegraden finanziell aus?

Pflegestufe / Pflegesachleistung 2016Pflegegrad / Pflegesachleistung ab 2017Unterschied Pflegestufe / Pflegegrad 
Pflegestufe 0 (nur Demenz):
231,00 €
Pflegegrad 2:
689,00 €
Erhöhung um:
458,00 €

Pflegestufe 1:

468,00 €

Pflegegrad 2:
689,00 €

Erhöhung um:

221,00 €

Pflegestufe 1 (mit Demenz):
689,00 €
Pflegegrad 3:
1.298,00 €

Erhöhung um:

609,00 €

Pflegestufe 2:
1.144,00 €
Pflegegrad 3:
1.298,00 €

Erhöhung um:

154,00 €

Pflegestufe 2 (mit Demenz):
1.298,00 €
Pflegegrad 4:
1.612,00 €

Erhöhung um:

612,00 €

Pflegestufe 3:
1.612,00 €

Pflegegrad 4:

1.612,00 €

Kein Unterschied
Pflegestufe 3 (mit Demenz):
1.612,00 €

Pflegegrad 5:

1.995,00 €

Erhöhung um:

383,00 €

Härtefall
1.995,00 €

Pflegegrad 5:

1.995,00 €

Kein Unterschied

Härtefall (mit Demenz):
1.995,00 €

Pflegegrad 5:

1.995,00 €

Kein Unterschied

Ebenfalls ist der zweckgebundene Entlastungsbetrag im ambulanten Bereich geändert worden. Ab dem 01.01.2017 erhält jede Person mit einem Pflegegrad € 125,00 für zusätzliche Betreuungsleistungen.

Auch wenn nach der Pflegestatistik des Bundesamtes 47 Prozent der Pflegebedürftigen zwischen 65 und 84 Jahre alt sind, so gab es in den vergangenen Jahren immer mehr "junge Menschen", die Pflege vom professionellen Pflegedienst in Anspruch genommen und über diesen eine Pflegestufe beantragt haben. Mit Sicherheit ist dies kein einfacher Schritt. Doch Sie haben Ansprüche auf Leistungen, machen Sie davon Gebrauch!